Auslandreisekrankenversicherung: AVB für Tarif R38

 

 

AUSLANDSREISE-KRANKENSCHUTZ
Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) Tarif R 38

 

§ 1

Versicherungsfähigkeit, Aufnahmefähigkeit, Gegenstand, Umfang und Geltungsbereich des Versicherungsschutzes

(1)

Versicherungsfähig sind Personen, deren ständiger Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland liegt. Die in Satz 1 genannten Voraussetzungen sind auf Verlangen des Versicherers nachzuweisen. Sind sie nicht gegeben, besteht trotz Beitragszahlung kein Versicherungsschutz.

(2)

Aufnahmefähig sind Personen bis zum vollendeten 70. Lebensjahr.

(3)

Der Versicherer bietet bei Auslandsreisen Versicherungsschutz

a)

für akut eintretende Krankheiten, Unfälle und andere im Vertrag genannte Ereignisse. Hierzu zählen auch unvorhersehbare Schwangerschaftsbeschwerden, Frühgeburten, Fehlgeburten und notfallbedingte Schwangerschaftsabbrüche.

b)

Bei einem im Ausland unvorhergesehen eintretenden Versicherungsfall ersetzt er dort entstehende Aufwendungen für Heilbehandlung und erbringt sonst vereinbarte Leistungen.

(4)

Versicherungsfall ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen. Der Versicherungsfall beginnt mit der Heilbehandlung; er endet, wenn nach medizinischem Befund Behandlungsbedürftigkeit nicht mehr besteht. Als Versicherungsfall gilt auch Tod.

(5)

Der Umfang des Versicherungsschutzes ergibt sich aus dem Versicherungsschein, schriftlichen Vereinbarungen, diesen Versicherungsbedingungen sowie den gesetzlichen Vorschriften. Das Versicherungsverhältnis unterliegt deutschem Recht.

(6)

Der Versicherungsschutz besteht für alle Auslandsreisen, die von der versicherten Person innerhalb eines Versicherungsjahres angetreten werden. Die Dauer des einzelnen Auslandsaufenthaltes darf dabei jedoch einen Zeitraum von 6 Wochen (42 Tage) nicht überschreiten. Bei einem Auslandsaufenthalt über einen Zeitraum von 6 Wochen hinaus besteht Leistungspflicht nur für die ersten 6 Wochen des Auslandsaufenthaltes.

§ 2

Beginn des Versicherungsschutzes
Der Versicherungsschutz beginnt mit dem vereinbarten Zeitpunkt (Versicherungsbeginn), jedoch nicht vor Absendung des Antrages, nicht vor Zahlung des Beitrages und nicht vor Beginn des Auslandsaufenthaltes. Für Versicherungsfälle, die vor Beginn des Versiche-rungsschutzes eingetreten sind, wird nicht geleistet.

§ 3

Abschlu? und Dauer des Versicherungsvertrages

(1)

Der Versicherungsvertrag wird vor Antritt der Reise für die Dauer eines Jahres abgeschlossen. Er verlängert sich stillschweigend jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er nicht durch den Versicherungsnehmer bzw. den Versicherer zum Ende eines jeden Versicherungsjahres mit einer Frist von einem Monat schriftlich gekündigt wird.

(2)

Das Versicherungsjahr beginnt mit dem im Versicherungsschein bezeichneten Zeitpunkt und endet nach insgesamt 365 Tagen. Der Versicherungsvertrag kommt mit der Absendung des Antrages zustande.

§ 4

Umfang der Leistungspflicht

(1)

Der versicherten Person steht die Wahl unter den im Aufenthaltsland zur Heilbehandlung zugelassenen ?rzten und Zahnärzten frei.

(2)

Arznei-, Verband- und Heilmittel müssen ärztlich verordnet, Arzneimittel zudem aus der Apotheke bezogen werden.

(3)

Bei medizinisch notwendiger stationärer Heilbehandlung hat die versicherte Person freie Wahl unter den Krankenhäusern, die unter ständiger ärztlicher Leitung stehen, über ausreichende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten verfügen und Krankengeschichten führen.

(4)

Es ist das am Aufenthaltsort befindliche bzw. nächsterreichbare Krankenhaus in Anspruch zu nehmen.

(5)

Es werden die Aufwendungen für medizinisch notwendige Heilbehandlungen in tariflichem Umfang erstattet.

(6)

Die Kosten für den Transport zur stationären Heilbehandlung in das nächsterreichbare Krankenhaus sind in den Versicherungsschutz eingeschlossen.

(7)

Zu den erstattungsfähigen Kosten gehören auch die Aufwendungen für schmerzstillende Zahnbehandlung, notwendige Füllungen in einfacher Ausführung sowie Reparaturen von Prothesen.

(8)

Der Versicherer leistet im vertraglichen Umfang für Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden und Arzneimittel, die von der Schulmedizin überwiegend anerkannt sind. Er leistet darüber hinaus für Methoden und Arzneimittel, die sich in der Praxis als ebenso erfolgversprechend bewährt haben oder die angewandt werden, weil keine schulmedizinischen Methoden oder Arzneimittel zur Verfügung stehen; der Versicherer kann jedoch seine Leistungen auf den Betrag herabsetzen, der bei der Anwendung vorhandener schulmedizinischer Methoden oder Arzneimittel angefallen wäre.

(9)

Neben den Leistungen nach Abs. 1 bis 8 erstattet der Versicherer folgende Kosten:

a)

Transportkosten: Erstattung der durch einen medizinisch notwendigen und ärztlich angeordneten Rücktransport entstandenen Kosten für den Erkrankten. Der Rücktransport mu? an den ständigen, vor Beginn des Versicherungsvertrages vorhandenen Wohnsitz oder in das von dort nächsterreichbare Krankenhaus erfolgen. Soweit medizinische Gründe nicht entgegenstehen, ist das jeweils kostengünstigste Transportmittel zu wählen.

b)

?berführungskosten beim Tod einer versicherten Person während der Reise: Erstattung der unmittelbaren Kosten einer ?berführung des Leichnams an den ständigen, vor Beginn des Versicherungsvertrages vorhandenen Wohnsitz.

(10)

Des weiteren werden bei Eintritt des Versicherungsfalles folgende Serviceleistungen erbracht:

a)

telefonischer 24-Stunden-Service an 365 Tagen

b)

Benennung von Kliniken im Ausland

c)

Garantie/Abrechnung
Der Versicherer gibt gegenüber dem Krankenhaus, soweit erforderlich, eine Kostenübernahmegarantie bis zu 10.000 EURO ab und übernimmt im Auftrag der versicherten Person die Abrechnung mit dem Krankenhaus und den behandelnden ?rzten.

d)

Versand von Medikamenten und Blutkonserven

e)

Organisation des Krankenrücktransportes

f)

Organisation von Bestattung im Ausland oder ?berführung aus dem Ausland.

§ 5

Einschränkung der Leistungspflicht

(1)

Keine Leistungspflicht besteht für

a)

Krankheiten, die sich schon vor Versicherungsbeginn bemerkbar gemacht haben oder in Erscheinung getreten sind, und deren Folgen (einschlie?lich Tod) bei

aa)

Behandlungen im Ausland, die der alleinige Grund oder einer der Gründe für den Antritt der Reise waren;

bb)

Behandlungen, von denen bei Reiseantritt feststand, da? sie bei planmä?iger Durchführung der Reise stattfinden mu?ten, es sei denn, da? die Reise wegen des Todes des Ehegatten oder eines Verwandten ersten Grades unternommen wurde;

b)

Krankheiten und deren Folgen, sowie für Folgen von Unfällen und für Todesfälle, die durch Kriegsereignisse oder Teilnahme an inneren Unruhen verursacht worden sind;

c)

auf Vorsatz beruhende Krankheiten und Unfälle einschlie?lich deren Folgen sowie für Entzugs- und Entwöhnungsbehandlungen;

d)

Behandlung geistiger und seelischer Störungen und Erkrankungen sowie für Hypnose und Psychotherapie;

e)

Zahnersatz einschlie?lich Kronen und für Kieferorthopädie;

f)

Hilfsmittel;

g)

Kur- und Sanatoriumsbehandlung sowie für Rehabilitationsma?nahmen;

h)

ambulante und stationäre Heilbehandlung in einem Heilbad oder Kurort. Die Einschränkung entfällt, wenn während eines vorübergehenden Aufenthaltes durch eine vom Aufenthaltszweck unabhängige Erkrankung oder einen dort eingetretenen Unfall Heilbehandlung notwendig wird;

i)

Behandlungen durch Ehegatten, Eltern oder Kinder. Sachkosten werden erstattet;

j)

eine durch Pflegebedürftigkeit oder Verwahrung bedingte Unterbringung.

(2)

?bersteigt eine Heilbehandlung oder sonstige Ma?nahme, für die Leistungen vereinbart sind, das medizinisch notwendige Ma?, so kann der Versicherer seine Leistungen auf einen angemessenen Betrag herabsetzen.

(3)

Besteht Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfall- oder Rentenversicherung, auf eine gesetzliche Heilfürsorge oder Unfallfürsorge, so ist der Versicherer nur für die Aufwendungen leistungspflichtig, welche trotz deren Leistungen notwendig bleiben.

§ 6

Auszahlung der Versicherungsleistungen

(1)

Der Versicherer ist zur Leistung nur verpflichtet, wenn die Rechnungsurschriften bzw. -zweitschriften mit Leistungs- oder Ablehnungsvermerk vorgelegt und die geforderten Nachweise, insbesondere amtlich beglaubigte ?bersetzungen, erbracht sind; diese werden Eigentum des Versicherers.

(2)

Alle Belege müssen Vor- und Zunamen der behandelten Person sowie die Krankheitsbezeichnung und die einzelnen ärztlichen Leistungen mit Behandlungsdaten enthalten; aus den Rezepten müssen das verordnete Medikament, der Preis und der Quittungsvermerk deutlich hervorgehen. Bei Zahnbehandlung müssen die Belege die Bezeichnung der behandelten Zähne und der daran vorgenommenen Behandlung tragen.
Der ?berbringer des Versicherungsscheines mit ordnungsgemä?en Belegen gilt zum Empfang der darauf entfallenden Versicherungsleistungen berechtigt. Sind begründete Zweifel an der Legitimation des ?berbringers oder ?bersenders bekannt, wird der Versicherer Leistungen an den Versicherungsnehmer auszahlen. Die Belege gehen in das Eigentum des Versicherers über. Kosten der ?berweisung von Entschädigungsbeträgen werden von den Versicherungsleistungen abgezogen. Bei ?berweisungen auf ein Geldinstitut in der Bundesrepublik Deutschland entfallen die vorgenannten Kosten.

(3)

Die in einer Fremdwährung entstandenen Kosten werden zum aktuellen Kurs des Tages, an dem die Belege bei dem Versicherer eingehen, in EURO umgerechnet.

(4)

Ansprüche auf Versicherungsleistungen können weder abgetreten noch verpfändet werden.

§ 7

Ende des Versicherungsschutzes

(1)

Der Versicherungsschutz endet - auch für schwebende Versicherungsfälle - mit dem vereinbarten Zeitpunkt, spätestens mit Beendigung des Auslandsaufenthaltes bzw. des Versicherungsverhältnisses.
Er endet zudem mit dem Ablauf der 6. Woche eines Auslandsaufenthaltes.

(2)

Ist die Rückreise bis zum vereinbarten Zeitpunkt aus medizinischen Gründen nicht möglich, verlängert sich die Leistungspflicht für entschädigungspflichtige Versicherungsfälle über den vereinbarten Zeitpunkt hinaus längstens um 4 Wochen

§ 8

Beitragszahlung
Der Beitrag ist spätestens bei Abschlu? des Versicherungsvertrages zu zahlen.

§ 9

Obliegenheiten

(1)

Der Anspruch auf Versicherungsleistungen mu? unverzüglich geltend gemacht werden.

(2)

Der Versicherungsnehmer hat auf Verlangen des Versicherers jede Auskunft zu erteilen, die zur Feststellung des Versicherungsfalles oder der Leistungspflicht des Versicherers und ihres Umfanges erforderlich ist.

(3)

Auf Verlangen des Versicherers ist die versicherte Person verpflichtet, sich durch einen vom Versicherer beauftragten Arzt untersuchen zu lassen.

(4)

Au?erdem ist die versicherte Person verpflichtet, dem Versicherer die Einholung von erforderlichen Auskünften zu ermöglichen (insbesondere Entbindung von der Schweigepflicht).

§ 10

Folgen von Obliegenheitsverletzungen
Der Versicherer ist mit der in § 6 Abs. 3 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) vorgeschriebenen Einschränkung von der Verpflichtung zur Leistung frei, wenn eine der in § 9 genannten Obliegenheiten verletzt wird. Die Kenntnis und das Verschulden der versicherten Person stehen der Kenntnis und dem Verschulden des Versicherungsnehmers gleich.

§ 11

Ansprüche gegen Dritte
Hat der Versicherungsnehmer oder eine versicherte Person Schadenersatzansprüche nichtversicherungsrechtlicher Art gegen Dritte, so besteht, unbeschadet des gesetzlichen Forderungsüberganges gemä? § 67 VVG, die Verpflichtung, diese Ansprüche bis zur Höhe, in der aus dem Versicherungsvertrag Kostenersatz geleistet wird, an den Versicherer schriftlich abzutreten. Gibt der Versicherungsnehmer oder eine versicherte Person einen solchen Anspruch oder ein zur Sicherung des Anspruchs dienendes Recht ohne Zustimmung des Versicherers auf, so wird dieser insoweit von der Verpflichtung zur Leistung frei, als er aus dem Anspruch oder dem Recht hätte Ersatz erlangen können.

§ 12

Willenserklärungen und Anzeigen
Willenserklärungen und Anzeigen gegenüber dem Versicherer bedürfen der Schriftform. Zu ihrer Entgegennahme sind Versicherungsvermittler nicht bevollmächtigt.

§ 13

Gerichtsstand

(1)

Klagen gegen den Versicherer können bei dem Gericht am Sitz des Versicherers anhängig gemacht werden. War beim Zustandekommen des Vertrages ein Vermittlungsagent eingeschaltet, können Klagen auch beim Gericht des Ortes anhängig gemacht werden, wo der Vermittlungsagent zum Zeitpunkt der Vermittlung seine gewerbliche Niederlassung oder in Ermangelung einer solchen seinen Wohnsitz hatte.

(2)

Für Klagen aus dem Versicherungsverhältnis gegen den Versicherungsnehmer ist das Gericht des Ortes zuständig, an dem der Versicherungsnehmer seinen Wohnsitz oder die Niederlassung seines Geschäfts- oder Gewerbebetriebes hat.

§ 14

?nderungen der Allgemeinen Versicherungsbedingungen
Tarif R 38 (Allgemeine Versicherungsbedingungen einschlie?lich Versicherungsbeitrag) kann vom Versicherer nur zum Ende eines jeden Versicherungsjahres mit einer Frist von einem Monat geändert werden. Der Versicherungsnehmer kann das Vertragsverhältnis innerhalb eines Monats vom Zugang der ?nderungsmitteilung an zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der ?nderung kündigen.

TARIF R 38

 

Die Aufwendungen für Heilbehandlung (§ 4 Abs. 1 - 8 AVB) werden mit 100% der Rechnungsbeträge erstattet.

Der Beitrag beträgt pro Person und Versicherungsjahr 8,- EURO. Ab Beginn des auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgenden Versicherungsjahres ist der dann gültige tarifliche Altersbeitrag zu entrichten (derzeit: 20 EURO)

 


Aufsichtsbehörde: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Sektor Versicherungsaufsicht, Graurheindorfer Stra?e 108, 53117 Bonn

 

22.01.2018

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